Regionale und korporative Identitäten und historische Diskontinuität


26.-28. April 2018, J.E. Purkyně-Universität in Ústí nad Labem

Renata Cornejo und Manfred Weinberg 

 

Städte, Gemeinden, Vereine, aber auch Firmen samt ihrer berühmten Marken werden als relativ beständige Subjekte inszeniert, deren Image oft auf ihrer Tradition beruht. Der an manchen Orten in der Grenzregionen Tschechiens fast vollständiger Bevölkerungsaustausch bedeutete für die davon betroffenen Städte, Institutionen oder Firmen einen beträchtlichen Einschnitt in die Kontinuität ihrer Entwicklung.

 

Von daher ist zu fragen: Wie gehen die Städte, Gemeinden, Vereine und Firmen mit dem Thema Vertreibung und der Diskontinuität ihrer Geschichte um? Wie wird ihre Selbstdarstellung in den repräsentativen historischen Publikationen, Informations- und Propagationsmaterialien und öffentlichen Feierlichkeiten durch die Diskontinuität des Bevölkerungstransfers geprägt? Und wie werden dabei auch ihre Darstellungen in Stadtromanen, Regionalliteratur usw. genutzt und (um)gedeutet?

 

Während die erinnerungspolitische Gestaltung des öffentlichen Raumes, vor allem durch die Errichtung von Denkmälern und Gedenk- und Jubiläumsfeiern, in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit von Kulturwissenschaftlern, Soziologen und Historikern auf sich gezogen hat (siehe die Arbeiten von Andreas Huyssen, Aleida Assmann, im deutsch-tschechischen Kontext die Arbeit von Stephan Scholz oder die 2015 ausgerichtete Konferenz Isolated or Entangled Memories? Migration erinnern in regionalen und lokalen Kontexten), wurde die narratologische und semiotische Analyse der identitätsstiftenden Selbstdarstellungen der Städte und Korporationen nur selten berücksichtigt. Es sind aber gerade die historischen Darstellungen, die Informations- und Propagationsmaterialien und die für die Selbstinszenierung herangezogenen fiktionalen Texte, die das Hauptgewicht der Konstruktion einer beständigen Identität tragen, die den Umgang mit der Diskontinuität einschließt. 

 

Erst die darin enthaltenen oder herangezogenen narrativen Konstruktionen vermögen den radikalen historischen Bruch in der Identität aufzuarbeiten und die die Identität bedrohende Diskontinuität zu überbrücken. Das Ziel des Symposiums ist, die Strategien der Selbstinszenierung von Städten, Institutionen und Firmen in den Grenzregionen Tschechiens anhand solcher Narrative und mittels einer semiotischen Analyse ihrer Selbstdarstellungen zu rekonstruieren.

 

Die Tagung findet im Rahmen des Forschungsverbundes „Grenze/n in nationalen und transnationalen Erinnerungskulturen zwischen Tschechien und Bayern" 2017-2020 statt, der von der Bayerisch-Tschechisch Hochschulagentur finanziert wird. Mehr zum Forschungsverbund und der Agentur hier 

 

Alle Vorträge sollen eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten; vorgesehen ist eine anschließende Diskussion von ca. 10 Minuten. Abstracts im Umfang von max. 1 DIN-A-Seite (Times New Roman 12, 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen, Name und E-Mail-Adresse) können ab sofort, spätestens jedoch bis zum 15. November 2017 bei den Organisatoren der Tagung eingereicht werden:

 

Renata Cornejo (renata.cornejo(at)yahoo.de)

Manfred Weinberg (Manfred.Weinberg(at)ff.cuni.cz)

 

Über die Annahme der Beitragsangebote wird bis Mitte Dezember 2017 entschieden werden. Eine Homepage zur Tagung befindet sich derzeit im Aufbau und wird unter hier einsehbar sein. Reise- und Übernachtungskosten können von den Veranstaltern gegen Vorlage der entsprechenden Belege übernommen werden.

 

Es ist vorgesehen, ausgewählte Tagungsbeiträge in der germanistischen Zeitschrift Aussiger Beiträge 12 (2018) zu veröffentlichen. Mehr hier

 

 

Startseite | Anmeldung | Anfahrt | Impressum 
Suche
  

Aktuelles


Beginn des Intensivkurses am Bohemicum 25.9. um 8:30 Uhr
[mehr]

Termine für die Abschlussprüfung Bohemicum / UNIcert II
[mehr]

Praktikum in der Ackermann-Gemeinde Prag
[mehr]

Kontakt

 

Universität Regensburg

Bohemicum Regensburg - Passau

93040 Regensburg

 

Sekretariat: PT 3.1.17 (vormittags)

 

Tel.: +49 (0)941/943 3525

Fax: +49 (0)941/943 1861
E-Mail